Klangschalen bewirken etwas. Was genau und wie genau lässt sich nicht schlüssig sagen. Die Erklärung, dass die archaischen Schwingungen der Schalen die körpereigenen Schwingungen über das Phänomen der Resonanz wieder 'in Ordnung' bringen ist eher eine Metapher für eine Erfahrung: Fast alle KlientInnen berichten nach der Arbeit mit den Klangschalen, dass sie sich entspannter, besser 'geerdet' und 'energetisch' kraftvoller erleben. Klangschalen helfen auch innere Bilder zu stimulieren. Sie bringen Unerledigtes ins Bewusstsein. Durch Vibration und Ton erzeugen sie ein Gefühl von Gehaltensein, in dem auch schwierige Gefühle zugelassen und ausgehalten werden können. Ich bin immer wieder überrascht, was die Klangschalen an die Oberfläche bringen und es ist die Erfahrung vieler TherapeutInnen und KlientInnen, dass die Schalen das stimulieren, 'was dran ist'.
Die Seele spricht in Bildern. Das ist eine der
grundlegenden Einsichten C.G.Jungs. Mir scheint, dass man in der Paartherapie
oft in Gefahr steht, diese Tatsache zu vergessen. Die Konflikte,
die in einer Beratung sichtbar werden können, lassen
oft das Gefühl der Hilflosigkeit entstehen. Das weckt den ‘Homo faber’ in uns,
der mit einer therapeutischen Technik die Sache in den Griff bekommen möchte.
Statt dass die Psyche ihren eigenen Ausdruck finden darf, steht sie dann in Gefahr,
durch irgendwelche Theorien oder Ideale vergewaltigt zu werden.
Andererseits besteht bei Klienten und Therapeuten
oft ein Bedürfnis nach einer gewissen Struktur in den Stunden und im Gespräch.
Dies vor allem auch dann, wenn sich Konflikte schon tief eingegraben haben und
sich dauernd in gleichen Kreisen wiederholen. Es ist in einer solchen Situation
sehr heikel, die Balance zwischen “geschehen lassen” und “strukturieren” zu
finden. Greift man zu früh ein, verhindert man vielleicht einen Prozess. Greift
man zu spät ein, wiederholt sich beim Paar nur die Erfahrung eines destruktiven
Gesprächs, das zu nichts führt.
In dieser
Situation suchte ich nach “offenen” Methoden, die helfen, dem Gespräch eine
Struktur zu geben, und trotzdem möglichst viel Freiraum für die
Selbstdarstellung der Seele lassen. Die Analytische Psychologie hat sich seit jeher
bemüht, die Sprache der Seele zu verstehen und ihr einen adäquaten Ausdruck zu
ermöglichen. Sie hat in ihrem therapeutischen Instrumentarium ein paar bewährte
Techniken: Trauminterpretation, Imagination und Malen aus dem Unbewussten. So
griff ich zurück auf ein typisches Element aus dem Fundus der Analytischen
Psychologie: das Malen aus dem Unbewussten.
Allerdings lasse ich nicht einfach je ein Bild
malen, sondern lade das Paar ein, ein gemeinsames Bild zu malen, ohne dabei
miteinander zu sprechen. Ich bin zunächst im Hintergrund und schaue zu. Ich
beobachte, was die beiden zeichnen,
gebe aber auch auf die Dynamik des Paares während des Zeichnens acht. Für die
Interpretation sind dann sowohl die Paardynamik als auch das Dargestellte
wichtig. (Aus meinem Aufsatz 'Gemeinsames Malen aus dem Unbewussten in der Paartherapie' in Analytische Psychologie 1994)
Eine Klientin hat ihrem Erleben in einem Quilt Ausdruck gegeben: Das Dunkel beginnt sich zu differenzieren in unterscheidbare Farben und Formen. Es erhielt Konturen durch den Mut, das Geschehene zu betrachten und ihm Sprache zu geben. Der gelbe Punkt erscheint als ein Lichtpunkt. Was mag er bedeuten? Aufkeimende Hoffnung? Ein Symbol für das bewusst Werden verschütteter Erinnerungen?
Die Gestaltung des Erlebten gibt diesem Form, hilft zu verarbeiten und stimuliert gleichzeitig die weitere Entwicklung.