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Konflikte gehören zum Leben. Wo Menschen zusammen leben oder zusammen arbeiten, werden unterschiedliches Denken, Empfinden, Handeln und Entscheiden sichtbar. Das muss noch nicht zu einem Konflikt führen, wenn diese Differenzen in wertschätzender Weise akzeptiert werden können.

Zum Konflikt kommt es erst, wenn eine Person oder eine Gruppe sich durch das Verhalten von anderen eingeschränkt, angegriffen, übergangen oder missbraucht fühlt. Die Ursache von Konflikten kann in Personen oder Strukturen liegen und oft greifen die beiden Ebenen ineinander.

Konflikte haben die Tendenz sich selber zu nähren, indem sie ganz bestimmte Mechanismen auslösen:

Sie verändern die Wahrnehmung der Beteiligten: Einige Dinge werden grösser und schärfer gesehen, andere ignoriert. Das Bedrohliche und Störende erhält immer mehr Gewicht als das Positive und die Situation wird zunehmend vereinfachend wahrgenommen. So weicht z.B. der Blick für die vielschichtige Situation der Überzeugung, dass alles am Verhalten des Gegenübers liegt.

Sie verändern die Gefühlswelt der Beteiligten. Die Fähigkeit, sich in das Gegenüber einzufühlen, geht zunehmend verloren.

So verändern Konflikte auch das Verhalten der Beteiligten. Es wird einseitiger und deckt sich mit der Zeit nicht mehr mit dem ursprünglich Gewollten. Es geht dann z.B. nicht mehr darum, die Teamarbeit zu verbessern, sondern das Gegenüber loszuwerden.

Konflikte entwickeln sich also und es ist wichtig, ihnen frühzeitig Aufmerksamkeit zu schenken. Bis zu einem gewissen Grad lassen sich Konflikte in ‚Selbsthilfe’ lösen.

Es gibt aber Anzeichen, die darauf hinweisen, dass Sie sich Hilfe von aussen suchen sollten. Wenn Sie einen oder mehrere der folgenden Punkte in Ihrer Zusammenarbeit bemerken, sollten Sie sich Unterstützung von aussen holen:

Es ist kein richtiges Gespräch mehr möglich: Die Argumente nehmen nicht mehr wirklich auf das Gegenüber Bezug.

Es geht nur darum zu gewinnen. Die Gegner lenken immer wieder auf Themen hin, bei denen sie sich stark fühlen.

Die Parteien versuchen, das Gegenüber auf seelisch-emotionaler Ebene zu treffen und in seiner Haltung zu verunsichern.

Die Parteien lösen ihre Konflikte nicht mehr durch das Gespräch, sondern schaffen einseitig Fakten.

Die Auseinandersetzungen werden nur noch benutzt, um den eigenen Standpunkt zu zementieren.

Dem Gegenüber werden unlautere Motive unterschoben oder es wird seine moralische Integrität in Zweifel gezogen.

Es bilden sich um den Konflikt Gruppierungen, die über längere Zeit stabil bleiben.

Pessimistische Erwartungen und Misstrauen prägen das Klima.

Es werden Drohungen ausgesprochen und in kleinen Portionen umgesetzt.

Der Konflikt wird nach aussen getragen. 




Hilfreich und nützlich ist das Buch von Friedrich Glasl: Selbsthilfe in Konflikten, Verlag Paul Haupt, Bern